Die Gastronomie ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität deutscher Innenstädte. Eine aktuelle Studie belegt, dass 40 Prozent der Besucher gastronomische Angebote als Hauptgrund für ihren Aufenthalt nennen. Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert daher gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Stärkung der Branche.
Die Studie „Vitale Innenstädte 2024“ des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln zeigt die immense Bedeutung der Gastronomie für Stadtzentren. Restaurants, Cafés und Bars sind nicht nur ein zusätzliches Angebot, sondern prägen maßgeblich das Stadtbild und die Aufenthaltsqualität. Durch ihre enge Verbindung mit Handel, Kultur und Freizeitwirtschaft leistet die Gastwelt einen wesentlichen Beitrag zur Lebendigkeit der Städte und zur wirtschaftlichen Stabilität in ländlichen Regionen. „Wer die Zukunft der Städte sichern will, muss jetzt wirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessern“, betont Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der DZG.
Forderung nach wirtschaftspolitischen Maßnahmen
Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl appelliert die Denkfabrik an die Parteien, die Gastwelt als wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktor anzuerkennen. Dazu gehören eine dauerhafte Reduzierung der Umsatzsteuer auf 7 Prozent für Speisen, Investitionen in gastronomische und touristische Infrastruktur sowie bessere Finanzierungsmöglichkeiten durch eine spezialisierte Förderbank. Zudem sollen steigende Betriebskosten begrenzt werden, etwa durch eine Senkung der Stromsteuer auf den EU-Mindestwert und ein Maut-Moratorium bis 2029. „Ohne entschlossenes Handeln drohen Standortverluste und wirtschaftlicher Schaden“, warnt Klinge.